Baby da, Mutterglück nicht?

von Barbara Daniel-Leppich

Überall in den Medien blicken sie uns aus großen lachenden Gesichtern an: glückliche Mütter und ihre frisch geborenen Babies, beide strahlen um die Wette und zeigen große, positive Gefühle.

Doch manchen Müttern geht es ganz anders, sie spüren deutlich, dass andere Gefühle die Verbindung zu ihrem Baby bestimmen. Sie zweifeln, was ist „noch normal“ und vielleicht „nur“ im Zusammenhang mit Belastungen und hormonellen Veränderungen zu sehen? Ab wann kann es für Mutter und Baby gefährlich werden?

Was viele (werdende) Mütter und Väter häufig nicht wissen:

  • eine Depression im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt ist gar nicht so selten
  • die Ursachen sind multifaktoriell, also komplex und vielfältig
  • eine postpartale Depression ist mehr als „nur der übliche Babyblues“
  • nicht erkannt und nicht behandelt führt eine postpartale Depression zu belastenden, oft lange unerkannten Folgen – und zwar für alle Beteiligten: Mutter und Kind, und auch die Väter leiden mit.

Welche Möglichkeiten der Hilfe gibt es, und warum man hartnäckig bleiben sollte:

  • Sollten Sie längere Zeit Schwierigkeiten haben, positiven Kontakt zu Ihrem Baby aufzunehmen, sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Facharzt, um gemeinsam zu entscheiden, welche Erkrankung vorliegt und welche Form von Hilfe in Ihrem Fall die geeignete ist.
  • Eine Anlaufstelle kann auch Ihre Hebamme, ihr Frauen- oder Kinderarzt sein.
  • Suchen Sie darüber hinaus Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe – der gemeinsame Austausch mit Frauen, die ähnliches erleben, kann Ihnen Orientierung geben. Dort erhalten Sie unter fachlicher Leitung hilfreiche Tipps, was Ihnen helfen kann und welche Angebote es in Ihrer Nähe gibt, damit Sie Unterstützung finden können.

Das Thema postpartale Depression ist nach wie vor ein Tabu – daher hat sich die junge Mutter Nicole zu einem mutigen Schritt entschieden, indem sie offen erzählt, wie sie die Zeit der postpartalen Depression erlebt, wo sie Hilfe gefunden hat und was sie anderen betroffenen Frauen ans Herz legen möchte. Hier können Sie das Video von Nicole und ihrer kleinen Tochter Leni anschauen. Zum Video

Weiterführende Informationen und Kontaktadressen finden Sie auch bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Bei der Organisation Schatten & Licht e. V. erhalten Sie weiterhin einen Selbsteinschätzungsbogen, über dessen Auswertung Sie eine Rückmeldung bekommen, ob Sie weitere Hilfe brauchen.

Weitere Erfahrungsberichte können Sie unter den nachstehenden links aufrufen:

Zeitschrift Brigitte

The Motherly Podcast

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